Schwarze Kompaktkamera auf einem braunen Holztisch, aufgenommen im Nahbereich, zeigt das klassische Kameradesign.

Bewerbungsfoto selber machen – Profi-Tipps für echte Profis

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Bewerbungsfoto selber machen – Profi-Tipps für echte Profis

Du willst ein perfektes Bewerbungsfoto, hast aber keinen Bock auf 80 Euro für ein Studio, das dich dann auch noch aussehen lässt wie ein gelangweilter Versicherungsvertreter von 2003? Willkommen in der DIY-Ära. Hier erfährst du, wie du dein Bewerbungsfoto selber machen kannst – in Profi-Qualität, mit Technik-Verstand und ohne das übliche “Lächel mal netter”-Bullshit-Brimborium. Alles, was du brauchst: ein bisschen Know-how, ein Smartphone (ja, wirklich), und diesen Artikel.

  • Warum Bewerbungsfotos 2025 wichtiger sind als dein Notendurchschnitt
  • Welche Technik du brauchst – von Kamera über Licht bis zum Hintergrund
  • Wie du dein Bewerbungsfoto selber machst – Schritt für Schritt
  • Was du bei Bildkomposition, Format und Auflösung beachten musst
  • Wie du mit Licht, Schatten und Perspektive umgehst
  • Die größten Fehler, die du unbedingt vermeiden musst
  • Warum dein Bewerbungsfoto am Ende nicht billig aussehen darf
  • Welche Software wirklich hilft – von Retusche bis Komprimierung
  • Worauf HR-Manager tatsächlich achten – und was völliger Hokuspokus ist
  • Ein ehrliches Fazit: DIY oder doch Studio? Die Entscheidungshilfe

Bewerbungsfoto selber machen – warum du das nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest

Bevor du dir denkst: “Ach komm, einfach Selfie, bisschen Filter, passt schon” – nein, passt eben nicht. Ein Bewerbungsfoto ist kein Instagram-Post und auch kein Tinder-Profilbild. Es ist deine visuelle Eintrittskarte in den professionellen Raum. Und der ist gnadenlos. HR-Manager entscheiden in Sekunden, ob du kompetent, seriös oder einfach nur planlos wirkst. Dein Foto ist der erste Filter. Und der ist oft härter als jeder Algorithmus.

2025 ist das Bewerbungsfoto trotz aller Diskussionen um Diskriminierung immer noch Standard in Deutschland. Wer keins hat, fällt aus dem Raster. Wer ein schlechtes hat, auch. Die gute Nachricht: Du brauchst kein Fotostudio, um ein gutes Bild zu machen. Die schlechte: Du brauchst Skills. Und zwar mehr als “Ich hab mal ein iPhone in der Hand gehabt”.

Ein selbstgemachtes Bewerbungsfoto kann professionell wirken – wenn du weißt, was du tust. Licht, Schärfe, Komposition, Auflösung, Nachbearbeitung – all das spielt eine Rolle. Und ja, auch dein Gesichtsausdruck. Aber statt Pseudo-Psychologie bekommst du hier echte technische Tipps. Keine weichgespülten Lifestyle-Ratschläge, sondern Fakten, Tools und Methoden, mit denen du dich von der Masse abhebst.

Also Schluss mit dem Dilettantismus. Wenn du dein Bewerbungsfoto selber machen willst, dann mach es richtig. Denn halbgar wirkt immer – halbgar.

Die richtige Technik: Kamera, Licht, Stativ – was du wirklich brauchst

Bevor du loslegst, brauchst du das richtige Setup. Und nein, das heißt nicht, dass du dir gleich eine Spiegelreflexkamera für 1.500 Euro kaufen musst. Moderne Smartphones haben Kameras, die locker mit Einsteiger-DSLRs mithalten können – WENN du weißt, wie du sie einsetzt. Das entscheidende Wort hier ist “manuell”. Automatik ist der Feind guter Fotos.

Dein Equipment-Setup sollte aus folgenden Komponenten bestehen:

  • Kamera oder Smartphone: Hauptsache, es kann manuelle Einstellungen (ISO, Weißabgleich, Fokus, Belichtungszeit). iPhone Pro, Google Pixel, Samsung Galaxy S-Serie – alles okay.
  • Stativ: Keine Diskussion. Verwackelte Bilder killen jede Chance auf einen professionellen Eindruck. Ein normales Smartphone-Stativ mit Halterung reicht völlig aus.
  • Lichtquelle: Tageslicht ist super – aber nicht immer verfügbar. Eine Softbox oder ein LED-Ringlicht mit regelbarer Farbtemperatur ist besser. Keine Deckenlampe, kein direktes Sonnenlicht, kein Chaos.
  • Hintergrund: Weiß, hellgrau oder einfarbig. Kein Bücherregal, keine Küchenfliesen – du willst wirken, nicht ablenken.

Wenn du das alles hast, kannst du starten. Fehlt dir was? Dann besorg es. Alles andere ist Selbstsabotage.

DIY-Bewerbungsfoto: Schritt-für-Schritt zur perfekten Aufnahme

Jetzt wird’s praktisch. Dein Ziel: ein Bewerbungsfoto, das aussieht wie aus dem Studio – nur ohne Studio. Dafür brauchst du ein Setup, das professionell wirkt und dich ins beste Licht rückt. Hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Ort wählen: Heller Raum mit gleichmäßigem Licht. Fensterlicht von der Seite ist ideal, aber nicht zu hart. Kein direktes Sonnenlicht, keine Mischfarben.
  2. Hintergrund vorbereiten: Glatte, saubere Fläche. Wenn du keinen geeigneten Hintergrund hast, häng ein weißes Bettlaken auf – gebügelt, bitte.
  3. Kamera platzieren: Auf Augenhöhe, frontal. Kein Weitwinkel, kein Zoom. Verwende die Hauptkamera, nicht die Selfie-Kamera.
  4. Beleuchtung einstellen: Softbox leicht seitlich von vorne. Ziel: Weiches Licht ohne harte Schatten. Optional: Reflektor auf der Gegenlichtseite.
  5. Outfit & Styling: Neutrale Farben, keine Muster, kein Schwarz. Business-Look. Haare ordentlich, kein Glanz im Gesicht (Puder hilft).
  6. Foto machen: Nutze Selbstauslöser oder Remote App. Mehrere Aufnahmen mit leicht variierendem Gesichtsausdruck. Kein Duckface, kein Grinsen, sondern freundlich-neutral.

Wichtig: Mach mindestens 30 Bilder. Die ersten 20 sind Schrott, die letzten 10 sind Gold. Und nein, das ist kein Witz.

Technische Bildqualität: Auflösung, Schärfe, Format und Kompression

Ein gutes Bewerbungsfoto steht und fällt mit der technischen Qualität. Kein HR-Manager lädt sich gern ein 14MB-JPEG runter, das aussieht wie ein verpixeltes Webcam-Selfie. Du brauchst Präzision – sowohl beim Shooting als auch danach. Und das bedeutet: Kenne deine Parameter.

Hier ist, worauf du achten musst:

  • Auflösung: Mindestens 1.200 x 1.600 Pixel (Hochformat). Mehr ist besser, solange du sauber komprimierst.
  • Dateiformat: JPEG mit hoher Qualität (80–90 %), kein PNG, kein HEIC. Kompatibilität ist King.
  • Farbraum: sRGB. Alles andere sorgt für seltsame Farben in PDFs oder Online-Bewerbungen.
  • Schärfe: Auf Gesicht fokussieren, nicht auf den Hintergrund. Verwende manuelle Fokussierung oder Touch-Fokus.
  • Komprimierung: Nutze Tools wie TinyJPG oder ImageOptim. Ziel: unter 1MB bei voller Qualität.

Und bitte: kein Filter, keine Vignette, kein Sepia. Das ist ein Bewerbungsfoto, kein Kunstprojekt.

Nachbearbeitung & Retusche – subtil, aber entscheidend

Jetzt kommt der Teil, an dem viele scheitern: Nachbearbeitung. Nein, du musst nicht aussehen wie eine KI-generierte Porzellanfigur. Aber ein bisschen Retusche ist Pflicht. Die Betonung liegt auf “ein bisschen”. Ziel: Natürlichkeit mit technischer Klarheit.

Diese Tools helfen dir weiter:

  • Photoshop: Ideal, aber teuer. Wer’s kann, macht’s hier.
  • Affinity Photo: Einmalzahlung, professionell, keine Abo-Falle.
  • GIMP: Kostenlos, aber mit Lernkurve. Für Hartgesottene.
  • Lightroom: Optimal für Farbkorrektur und Belichtung.

Die wichtigsten Schritte:

  1. Hautunreinheiten dezent entfernen (kein Glätten wie bei Instagram).
  2. Weißabgleich korrigieren – keine Gelbstiche, keine Blautöne.
  3. Kontrast und Helligkeit anpassen, ohne Details zu verlieren.
  4. Augen leicht schärfen, aber nicht überziehen.
  5. Hintergrund säubern, ggf. glätten.

Und ganz wichtig: Speichere dein finales Foto in einem Format, das du in jede Bewerbung einfügen kannst – am besten als JPEG in 300 dpi für Druck und 72 dpi für Web.

Fazit: DIY-Bewerbungsfoto – ja, aber nur mit Hirn

Ein selbstgemachtes Bewerbungsfoto ist keine Sparmaßnahme – es ist ein Statement. Es sagt: “Ich kenne mich aus, ich kann mit Technik umgehen, ich weiß, was ich tue.” Aber nur, wenn es auch wirklich professionell wirkt. Und das bedeutet: Planung, Präzision und ein bisschen technisches Know-how. Wer glaubt, ein Selfie reicht, hat den Job schon verloren, bevor er eingeladen wird.

Willst du also dein Bewerbungsfoto selber machen, tu es. Aber tu es richtig. Mit dem richtigen Licht, der richtigen Technik und dem richtigen Anspruch. Denn am Ende zählt nicht nur, wie du aussiehst – sondern wie du dich präsentierst. Und das beginnt lange vor dem Vorstellungsgespräch. Nämlich mit einem verdammt guten Foto.

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