Desksharing neu gedacht: Flexibilität trifft Büroalltag

Ein modernes Büro mit mehreren Schreibtischen und Stühlen, geeignet für kollaboratives Arbeiten in Unternehmen oder Agenturen.

Desksharing neu gedacht: Flexibilität trifft Büroalltag

Du hast dein Büro digitalisiert, die Kaffeemaschine spricht jetzt mit dem WLAN, aber eure Arbeitsplätze sehen immer noch aus wie 2003? Glückwunsch – du bist offiziell in der Post-Pandemie-Realität angekommen, hast aber den Zug namens „Desksharing 2.0“ verpasst. Schluss mit halbgaren Hot-Desking-Experimenten und Chaos bei der Platzsuche. In diesem Artikel zeigen wir dir, warum Desksharing heute nicht nur ein Buzzword für hippe Startups ist, sondern ein knallharter Effizienz-Booster für hybride Arbeitsmodelle – technisch, organisatorisch und kulturell durchdacht. Spoiler: Wer es falsch macht, produziert Frust statt Flexibilität.

Was ist Desksharing? Definition, Konzept und Missverständnisse

Desksharing ist nicht einfach „weniger Schreibtische für mehr Leute“. Das wäre, als würde man sagen, Cloud Computing sei nur ein anderer Computer. Desksharing ist ein Arbeitsplatzkonzept, bei dem Mitarbeitende keinen festen Schreibtisch mehr haben, sondern sich je nach Bedarf und Verfügbarkeit einen Arbeitsplatz buchen – oder spontan wählen. Klingt einfach, ist aber ein organisatorischer und technischer Drahtseilakt, wenn man es richtig machen will.

In der Praxis bedeutet Desksharing: weniger Fläche, mehr Flexibilität. Mitarbeitende kommen ins Büro, wenn sie es brauchen – nicht, weil sie müssen. Die Schreibtische sind standardisiert ausgestattet, digital buchbar und eingebunden in ein System, das Raum, Zeit und Ressourcen intelligent steuert. Das Ziel: maximale Ausnutzung der Fläche bei gleichzeitig hoher Mitarbeiterzufriedenheit und kollaborativer Arbeitsumgebung.

Ein weit verbreitetes Missverständnis: Desksharing sei nur für hippe Agenturen mit Tischkicker und Slack-Overdose geeignet. Falsch. Richtig umgesetzt, funktioniert es auch in Konzernen, Behörden oder mittelständischen Unternehmen – vorausgesetzt, die technische Infrastruktur stimmt und das Change Management ist nicht aus der Hölle.

Wichtig ist die Abgrenzung zu Hot Desking. Beide Begriffe werden oft synonym verwendet, aber Desksharing ist strukturierter, smart vernetzt und meist systemgestützt. Hot Desking ist der chaotische Cousin: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – ohne Buchungssystem, ohne Übersicht, ohne Plan. Und damit auch ohne Zukunft.

Warum klassisches Bürodenken heute scheitert – und Desksharing die Antwort ist

Die Pandemie hat mehr verändert als nur den Kaffeverbrauch im Büro. Sie hat gezeigt, dass Anwesenheit keine Produktivität garantiert – und dass hybride Modelle funktionieren können, wenn sie richtig orchestriert werden. Klassische Arbeitsplatzmodelle, bei denen jeder Mitarbeitende einen eigenen Schreibtisch hat, wirken in Zeiten von Homeoffice, Remote Work und flexiblen Wochenplänen wie aus der Zeit gefallen.

Die Realität: In vielen Büros stehen täglich 30 bis 50 Prozent der Plätze leer. Gleichzeitig fehlt es an Meetingräumen, Rückzugsorten oder spontanen Kollaborationsflächen. Desksharing adressiert genau dieses Missverhältnis – durch eine dynamische, datengetriebene Nutzung der vorhandenen Flächen und Ressourcen.

Ein weiterer Punkt: Die nächste Generation von Mitarbeitenden erwartet keine festen Plätze mehr. Sie erwarten Flexibilität, Autonomie und Technologie, die funktioniert. Wer heute noch auf starre Präsenzpflichten und zugewiesene Arbeitsplätze setzt, bekommt keine Talente mehr – oder verliert sie schneller, als man „Employer Branding“ sagen kann.

Desksharing ist also kein Selbstzweck und keine Sparmaßnahme, sondern eine Antwort auf veränderte Erwartungen, mobile Arbeitsmodelle und die nackte betriebswirtschaftliche Realität. Es verbindet Flexibilität mit Struktur – wenn es denn richtig gemacht wird.

Technische Voraussetzungen für erfolgreiches Desksharing

Desksharing ohne Technologie ist wie ein E-Auto ohne Ladeinfrastruktur: hübsch gedacht, aber nicht funktionsfähig. Damit Desksharing im Alltag funktioniert, braucht es eine solide technische Basis – und die beginnt bei der Arbeitsplatzbuchung. Ohne ein digitales System zur Buchung und Verwaltung von Arbeitsplätzen wird Desksharing zur Lotterie.

Moderne Desksharing-Systeme bieten intuitive Interfaces (Web oder App), Echtzeit-Übersichten, Belegungsstatistiken und Integrationen mit bestehenden Kalenderlösungen wie Microsoft 365 oder Google Workspace. Die besten Tools gehen noch weiter: Sie integrieren Sensorik, IoT-Komponenten und KI-gestützte Auslastungsanalysen, um automatische Freigaben, Reinigungsintervalle oder sogar Desk-Zuordnungen nach Teampräferenzen zu ermöglichen.

Essenzielle Anforderungen an die Technik:

Ein weiteres technisches Thema: Netzwerk-Infrastruktur. Wenn Mitarbeitende täglich den Arbeitsplatz wechseln, müssen WLAN-Zugänge, Dockingstations, Monitore, Peripherie und natürlich Stromanschlüsse standardisiert und barrierefrei verfügbar sein. Je mehr man automatisiert (z. B. durch Desk-Sensoren oder NFC-Tags), desto geringer der organisatorische Overhead.

Desksharing einführen: Schritt-für-Schritt zur funktionierenden Flexibilität

Desksharing ist kein Plug-and-Play. Wer glaubt, ein paar Tische umzuschieben und eine App zu kaufen reiche aus, landet bei Version „Chaos mit WLAN“. Die Einführung muss strukturiert, transparent und partizipativ erfolgen – sonst drohen Widerstand, Frust und ineffiziente Nutzung. So geht’s richtig:

  1. Analyse der Ausgangslage: Wie viele Arbeitsplätze werden tatsächlich genutzt? Welche Abteilungen arbeiten wie oft hybrid? Welche Anforderungen haben Mitarbeitende?
  2. Technik-Stack definieren: Auswahl und Implementierung einer Buchungsplattform. Prüfung der Infrastruktur (Netzwerk, Hardware, Stromversorgung, etc.).
  3. Prozesse entwickeln: Regeln für Buchung, Check-in, No-Show-Vermeidung, Reinigungszyklen und Eskalationen definieren.
  4. Kommunikation & Change Management: Mitarbeitende frühzeitig einbinden, Pilotphase planen, Feedbackschleifen einbauen. Transparenz ist Pflicht.
  5. Monitoring & Optimierung: KPIs wie Auslastung, Zufriedenheit, Buchungsquote und No-Show-Rate regelmäßig messen und Prozesse anpassen.

Wichtig: Desksharing ist kein Selbstläufer. Es braucht klare Verantwortlichkeiten, einen internen Owner (typischerweise Facility Manager oder Workplace Strategist) und kontinuierliche Weiterentwicklung. Wer es ernst meint, etabliert ein Workplace Experience Team, das sich regelmäßig mit IT, HR und Nutzern austauscht.

Die größten Fehler beim Desksharing – und wie du sie vermeidest

Desksharing kann zum Produktivitäts-Booster werden – oder zur Kulturvernichtungsmaschine. Zwischen diesen beiden Extremen liegen meist ein paar typische Fehler, die regelmäßig gemacht werden. Hier sind die größten Stolperfallen:

Desksharing funktioniert dann, wenn Technologie, Organisation und Kultur zusammenspielen. Wer nur an einem Hebel dreht, erzeugt Reibung. Wer alle drei synchronisiert, gewinnt Effizienz, Flexibilität und Akzeptanz.

KPIs, Monitoring und der ROI von Desksharing

Desksharing ist kein Feel-Good-Projekt, sondern ein strategisches Steuerungsinstrument – und sollte auch so behandelt werden. Um zu beurteilen, ob dein System funktioniert, brauchst du harte Daten. Die wichtigsten KPIs:

Tools wie OfficeSpace, Condeco, Robin oder Locatee liefern detaillierte Dashboards zur Nutzungsauswertung. Wer tiefer gehen will, kombiniert Nutzerdaten mit IoT-Sensorik und erstellt Heatmaps, Predictive Models und sogar Machine-Learning-basierte Vorschläge zur Flächennutzung.

Desksharing liefert nur dann einen Return on Investment, wenn es datenbasiert gesteuert wird. Bauchgefühl und Optik reichen nicht. Wer die Zahlen kennt, kann Flächen reduzieren, Arbeitsmodelle optimieren und die Produktivität steigern – ohne den Kulturcrash.

Fazit: Desksharing ist kein Trend, sondern der neue Standard

Desksharing ist nicht die Zukunft der Arbeit – es ist die Gegenwart. Wer heute noch mit festen Schreibtischen und starren Anwesenheitsregeln arbeitet, verliert nicht nur Fläche, sondern auch Mitarbeiter, Innovationskraft und Flexibilität. Die gute Nachricht: Desksharing funktioniert, wenn es richtig gemacht wird. Mit Technik, Struktur und Haltung.

Es ist an der Zeit, den Büroalltag neu zu denken – nicht als Rückkehr zur Präsenz, sondern als orchestriertes Zusammenspiel von Raum, Zeit und Technologie. Desksharing ist kein Sparmodell, sondern ein strategisches Framework, das Flexibilität, Effizienz und Unternehmenskultur in Einklang bringt. Wer es falsch macht, bekommt Chaos. Wer es richtig macht, gewinnt Zukunft.

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