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Erfüllen Englisch: Cleverer Guide für Marketing-Profis

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Erfüllen Englisch: Cleverer Guide für Marketing-Profis, die nicht länger peinlich sein wollen

Du willst global auftreten, aber dein „Englisch“ klingt wie aus dem Google Translate von 2005? Willkommen im Club der halbgar internationalisierten Marketing-Profis. Wenn du glaubst, dass „erfüllen“ einfach mit „fulfill“ übersetzt wird – dann lies besser weiter. Denn dieser Artikel zeigt dir, wie du sprachlich, strategisch und SEO-technisch wirklich international performst. Und zwar ohne dich zum Gespött der Szene zu machen.

  • Warum “erfüllen Englisch” mehr ist als ein Übersetzungsproblem – und ein Symptom für schlechtes internationales Marketing
  • Die schlimmsten False Friends und Übersetzungsfehler im Business-Englisch (Spoiler: “actual” heißt nicht “aktuell”)
  • Wie du Texte für internationale Zielgruppen schreibst, die konvertieren – nicht nur existieren
  • Was internationale SEO mit deinem Sprachstil zu tun hat – und warum Keywords nicht alles sind
  • Warum du Native Speaker brauchst – und keine Textagentur, die „flüssig Englisch“ kann
  • Die besten Tools für Translation, Localization und Content-Management auf mehreren Märkten
  • Wie du mit Terminologie-Datenbanken, Glossaren und Styleguides dein Branding rettest
  • Warum internationale Marketing-Strategien ohne Tech-Stack einfach nicht skalieren
  • Schritt-für-Schritt: So gehst du beim internationalen Content-Rollout technisch und sprachlich vor
  • Fazit: Global denken, lokal schreiben – und nie wieder mit „erfüllen Englisch“ auf LinkedIn blamieren

“Erfüllen Englisch” – warum dieser Begriff dein Problem perfekt beschreibt

Wenn Marketing-Teams nach „erfüllen Englisch“ googeln, dann ist das nicht nur ein sprachlicher Ausrutscher. Es ist ein Symptom. Ein Symptom dafür, dass internationale Kommunikation immer noch als nachgelagerte Aufgabe betrachtet wird. Frei nach dem Motto: Erst machen wir alles auf Deutsch, dann lassen wir’s irgendwie übersetzen – von Praktikanten, KI oder der netten Kollegin, die mal ein Auslandssemester hatte. Und dann wundert man sich, warum die Conversion-Rate im UK oder in den USA nahe Null liegt.

Das Problem beginnt bei einfachen Verben wie „erfüllen“. Im Deutschen kann das je nach Kontext „satisfy“, „meet“, „fulfill“, „comply with“, „achieve“ oder „deliver“ heißen. Wer da einfach „fulfill“ reinschreibt, hat den Kontext nicht verstanden – und wirkt maximal unprofessionell. Und genau das passiert massenhaft auf deutschen Unternehmensseiten, in Pitchdecks, auf LinkedIn-Profilen und in UX-Mikrotexten.

Wir reden hier nicht von kleinen Fehlern. Wir reden von strategischem Reputationsschaden. Denn Sprache ist nicht nur Transportmittel von Informationen – sie ist Markenbotschafter. Und wer auf Englisch klingt wie ein Azubi im ersten Jahr, verliert sofort an Vertrauen, Seriosität und Wirksamkeit. Besonders im B2B-Sektor, wo Sprache über Deals in sechsstelliger Höhe entscheidet.

Deshalb ist “erfüllen Englisch” kein banaler Übersetzungsfehler, sondern die Spitze des Eisbergs. Ein Eisberg aus schlechter Lokalisierung, fehlender Internationalisierungsstrategie und einer toxischen Mischung aus Ignoranz und Bequemlichkeit. Und genau deshalb räumen wir heute auf. Sprachlich, technisch und strategisch.

Die häufigsten False Friends – und wie du sie endgültig aus deinem Vokabular streichst

Wenn du denkst, “actual” bedeutet “aktuell”, dann gehörst du zur Zielgruppe dieses Artikels. Willkommen. False Friends sind der natürliche Feind jedes deutschen Marketing-Teams, das glaubt, mit Schulenglisch durchzukommen. Und sie sind nicht nur peinlich – sie sind gefährlich. Denn sie verändern die Aussage deines Textes fundamental. Hier sind die schlimmsten Klassiker:

  • “Actual” heißt “tatsächlich” – nicht “aktuell”. Das richtige Wort wäre “current” oder “recent”.
  • “Eventually” bedeutet “schließlich” – nicht “eventuell”. Letzteres wäre “possibly” oder “maybe”.
  • “Chef” ist der Koch – nicht der Vorgesetzte. Das wäre “boss”, “supervisor” oder “manager”.
  • “Sensible” bedeutet “vernünftig” – nicht “sensibel”. Das ist “sensitive”.
  • “Fabric” ist Stoff – nicht “Fabrik”. Die korrekte Übersetzung wäre “factory”.

Diese Fehler schleichen sich überall ein: in Produkttexten, Newsletter-Kampagnen, Support-Chats. Und sie wirken jedes Mal wie ein digitaler Tritt ins Fettnäpfchen. Wer im internationalen Marketing mithalten will, muss über diese Basics hinaus. Es reicht nicht, Wörter nachzuschlagen – du musst Kontexte verstehen, kulturelle Codes erkennen und semantisch sauber arbeiten.

Das geht nicht mit Bauchgefühl. Das geht nur mit System. Und im besten Fall mit professionellen Tools und Prozessen, die aus deinem improvisierten Denglisch eine echte internationale Markenstimme machen.

Internationaler Content, der performt – jenseits von Übersetzung

Übersetzung ist das eine. Lokalisierung ist das andere. Und Performance Marketing in internationalen Märkten ist noch einmal eine ganz andere Liga. Wer glaubt, man könne deutsche Texte einfach ins Englische bringen und dann Ads schalten – viel Glück. Du wirst Geld verbrennen. Und zwar viel davon.

Warum? Weil Sprache nicht nur syntaktisch, sondern auch kulturell funktioniert. Was in Deutschland als seriös gilt, wirkt im UK arrogant. Was in den USA als “impactful” durchgeht, klingt hierzulande übertrieben. Jeder Markt hat seine Erwartungen, Tonalitäten, sprachlichen Codes. Und wer die ignoriert, kommuniziert ins Leere.

Deshalb brauchst du für internationalen Content:

  • Marktanalysen, die nicht nur Zielgruppen, sondern auch Sprachgewohnheiten erfassen
  • Styleguides pro Sprache, die Tonalität, Wortwahl und No-Gos definieren
  • Glossare mit definierten Begriffen, um Markenidentität konsistent zu halten
  • Native Speaker mit Marketing-Kompetenz – keine Texter, die “gut Englisch können”
  • Content-Management-Prozesse, die Translation Memories und QA-Schleifen beinhalten

Nur so entsteht Content, der konvertiert – weil er verstanden wird. Und zwar nicht nur sprachlich, sondern emotional, kulturell, strategisch. Alles andere ist internationales Marketing auf dem Niveau von 2010 – und das kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten.

Internationale SEO: Keywords sind nur die halbe Wahrheit

Viele Marketer glauben, sie müssten einfach ihre deutschen Keywords übersetzen – und fertig ist die internationale SEO. Falsch gedacht. Internationale Suchmaschinenoptimierung ist ein eigener Kosmos. Und wer hier nicht sauber arbeitet, sabotiert seine eigene Sichtbarkeit.

Das fängt bei der Keyword-Recherche an. Denn Suchintentionen unterscheiden sich massiv von Land zu Land – selbst bei gleicher Sprache. Beispiel: In den USA googelt man nach “CRM software”, in Großbritannien eher nach “CRM system”. Wer da mit “Customer Relationship Software” ranken will, hat schon verloren.

Weitere Faktoren, die du beachten musst:

  • Länderspezifische Domains oder Subdirectories (ccTLD vs. gTLD vs. hreflang)
  • hreflang-Tags zur korrekten geografischen und sprachlichen Ausrichtung
  • Content-Duplizierung vermeiden – auch bei ähnlichen Sprachversionen (z. B. en-UK vs. en-US)
  • Keyword-Density anpassen – denn Sprachstruktur beeinflusst Keyword-Platzierung
  • Meta-Daten, Alt-Texte und strukturierte Daten ebenfalls lokalisiert ausspielen

Internationale SEO ist kein Copy-Paste-Job. Sie ist ein Zusammenspiel aus linguistischer Präzision, technischer Exzellenz und strategischem Feingefühl. Wer hier schludert, wird in den SERPs nicht nur ignoriert – sondern aktiv abgestraft.

Der Tech-Stack für skalierbares internationales Marketing

Lokalisierung ohne Technologie ist wie SEO ohne Crawlbudget: ineffizient, teuer und unskalierbar. Wer ernsthaft international auftritt, braucht einen sauberen Tech-Stack, der Content, Prozesse und Qualität absichert. Hier sind die Must-haves:

  • Translation-Management-Systeme (TMS) wie Phrase, Lokalise oder Smartling für Workflow-Steuerung und Translation Memories
  • Terminologie-Datenbanken (z. B. Termbase) zur Sicherung von Markensprache und Fachbegriffe
  • Content-Plattformen wie Contentful oder Storyblok, die Multilingualität technisch sauber abbilden
  • QA-Tools wie Xbench oder Verifika, die linguistische Konsistenz prüfen
  • Automatisierte Workflows via API oder Connectoren, die deine CMS- und TMS-Systeme verbinden

Ohne diese Tools wirst du beim internationalen Content-Rollout immer hinterherlaufen. Du wirst Fehler machen, Deadlines reißen, Qualität verlieren. Und das merken nicht nur deine Nutzer – sondern auch dein Algorithmusfreund Google.

Fazit: Global denken, lokal schreiben – und technisch liefern

„Erfüllen Englisch“ ist mehr als ein Übersetzungsfehler. Es ist ein Weckruf. Für alle, die glauben, dass ein bisschen Englisch reicht, um global zu wirken. Die Wahrheit ist: Internationalisierung ist ein komplexer, sprachlich wie technisch anspruchsvoller Prozess – und wer ihn unterschätzt, verliert den Anschluss.

Deshalb: Investiere in professionelle Lokalisierung. In echte Native Speaker. In technische Infrastruktur. Und vor allem: in Verständnis. Verständnis dafür, dass Sprache keine Nebensache ist – sondern dein stärkstes Marketinginstrument. Wer das begriffen hat, erfüllt nicht nur Anforderungen. Er erfüllt Erwartungen. Weltweit.

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