Eine Person hält ein Smartphone mit einem Balkendiagramm auf dem Bildschirm, das Datenanalyse oder Statistiken darstellt.

FYRST Bank: Digitale Konten für Gründer und Freelancer

image_pdf

FYRST Bank: Digitale Konten für Gründer und Freelancer – wirklich smart oder nur Fintech-Kosmetik?

Gründer, Freelancer und digitale Nomaden aufgepasst: Du willst ein Geschäftskonto, das nicht aussieht, als wäre es 2003 stehen geblieben? Willkommen in der Arena der Fintechs – und mittendrin: die FYRST Bank, das digitale Banking-Angebot der Deutschen Bank. Klingt nach frischer Brise, oder doch nur alter Wein in neuen Fintech-Schläuchen? In diesem Artikel zerlegen wir FYRST bis zur letzten API, analysieren Features, Pricing, UX, Steuer-Schnittstellen und klären die wirklich entscheidende Frage: Ist FYRST ein echter Gamechanger oder nur die hippe Maske für ein verstaubtes Bankensystem?

  • Was FYRST eigentlich ist – und warum es sich selbst als „digitale Bank für Unternehmer“ inszeniert
  • Welche Kontomodelle FYRST für Freelancer und Gründer anbietet – und was sie wirklich kosten
  • Wie gut FYRST in Sachen UX, App-Design und API-Schnittstellen performt
  • Ob und wie FYRST mit Buchhaltungs-Tools wie Lexoffice, sevDesk oder DATEV zusammenspielt
  • Warum FYRST trotz Fintech-Vibes immer noch klassische Bank-Genetik in sich trägt
  • Welche Alternativen Gründer wirklich kennen sollten – N26 Business, Kontist, Holvi & Co.
  • Wie FYRST sich im Vergleich gegen echte Challenger-Banken schlägt – und wo es versagt
  • Für wen sich FYRST lohnt – und für wen es absolute Zeitverschwendung ist

Was ist FYRST eigentlich? Digitale Geschäftskonten mit Bank-Erbgut

FYRST ist ein digitales Banking-Angebot, das sich explizit an Gründer, Selbstständige, Freelancer und Einzelunternehmer richtet. Hinter dem hippen Branding steckt allerdings kein wildes Fintech, sondern die Deutsche Bank – genauer gesagt: die Postbank als technischer Dienstleister. FYRST nutzt deren Infrastruktur, tritt aber mit eigenem Frontend und digitaler Kundenansprache auf.

Das bedeutet: Du bekommst die Sicherheit und Lizenz einer etablierten Großbank – aber mit einem Interface, das nicht aussieht wie SAP 1.0. Zumindest in der Theorie. FYRST verspricht papierloses Onboarding, modernes App-Banking, Multibanking-Schnittstellen, Integration mit Buchhaltungs-Tools und ein Business-Konto ohne überflüssige Gebühren.

FYRST positioniert sich damit irgendwo zwischen klassischer Bank und digitalem Fintech. Klingt nach einer cleveren Mischung – doch wer genau hinsieht, erkennt schnell die Limitierungen. Denn so digital FYRST auch auftritt: Im Backend läuft vieles noch durch die Mühlen klassischer Bankenlogik. Und das merkt man – spätestens, wenn es um API-Zugänge, Echtzeit-Transaktionen oder dynamische Integrationen geht.

FYRST ist also nicht das Fintech von nebenan, sondern ein Hybrid. Nicht disruptiv, aber auch keine verstaubte Sparkasse. Für viele Freelancer, die sich zwischen N26 und Volksbank nicht entscheiden können, mag das genau der Sweet Spot sein. Der Teufel steckt jedoch im Detail – und genau da graben wir jetzt weiter.

Kontomodelle bei FYRST: FYRST BASE vs FYRST COMPLETE

FYRST bietet zwei Hauptmodelle an: FYRST BASE (kostenlos) und FYRST COMPLETE (für 10 € monatlich). Beide richten sich an Selbstständige, Freelancer und Einzelunternehmen – Kapitalgesellschaften wie GmbHs sind (noch) außen vor. Klingt erstmal fair. Doch was steckt wirklich drin?

  • FYRST BASE: Kostenloses Geschäftskonto mit 50 beleglosen Buchungen pro Monat, kostenlose FYRST Card (Debit Mastercard), Online-Banking, Multibanking-Funktion und Integration mit Buchhaltungssoftware. Bargeldeinzahlungen? Fehlanzeige.
  • FYRST COMPLETE: Für 10 € monatlich gibt’s 75 Buchungen inklusive, eine zusätzliche FYRST Card, telefonischen Support, mehr Postfächer und erweiterten Zugriff auf Banking-APIs. Bargeldeinzahlung ist möglich – aber über die Postbank-Filialen und zu stolzen Gebühren (1,5 % der Einzahlungssumme).

Klingt auf den ersten Blick nicht schlecht – vor allem BASE als kostenloses Konto-Modell ist für viele Freelancer attraktiv. Doch im Detail wird’s hakelig: Jede weitere Buchung kostet 0,19 €, was bei einem gut laufenden Business schnell teuer wird. Auch das Thema Bargeld bleibt ein Schwachpunkt – FYRST bietet keine eigenen Automaten, sondern nutzt das Filialnetz der Postbank. Willkommen im Jahr 2005.

Ein weiteres Manko: Kein physischer Kundenberater, keine Filialbesuche – alles läuft digital. Für Tech-Affine kein Problem, für konservativere User ein No-Go. Und: Bei BASE gibt’s keinen telefonischen Support – du mailst oder chattest dich durch. Wer schnelle Hilfe braucht, zahlt also entweder mit Nerven oder mit einem Upgrade.

Fazit: FYRST ist günstig – aber nicht gnadenlos günstig. Und wer auf Features wie Bargeld, viele Transaktionen oder Echtzeit-Zahlungen angewiesen ist, wird bei COMPLETE schnell an die Grenzen stoßen. Das „digitale Konto für Unternehmer“ ist ein solider Einstieg – aber kein Power-Tool für skalierende Businesses.

Technologie und API – wie digital ist FYRST wirklich?

Jetzt wird’s spannend. Denn das wahre Herz eines digitalen Geschäftskontos schlägt nicht bei der Kartengestaltung oder dem Login-Design, sondern bei der Technik. Und hier liefert FYRST ein gemischtes Bild.

Die FYRST-Webanwendung ist responsiv, klar strukturiert und läuft stabil. Die mobile App (iOS und Android) bietet Funktionen wie Umsatzübersicht, Überweisungen, Push-Benachrichtigungen und Kartenverwaltung. Multibanking ist über die FinTS-Schnittstelle integriert – du kannst also auch Konten anderer Banken einbinden. Soweit, so okay.

Doch bei offenen APIs wird’s dünn. FYRST bietet keine echte Developer API wie Kontist oder Holvi. Es gibt keine Sandbox, keine Open-Banking-Initiativen, keine Zapier-Integration. Automatisierung? Fehlanzeige. Wer also auf automatisierte Prozesse, Webhooks oder eigene Tools setzen will, schaut bei FYRST in die Röhre.

Dazu kommt: Echtzeit-Zahlungen (SEPA Instant) werden nicht aktiv beworben – und in der Praxis sind sie nur eingeschränkt möglich. Das ist 2024 ein Armutszeugnis. Auch Features wie virtuelle Karten, individuelle Freigabe-Workflows oder Krypto-Integrationen sucht man vergeblich.

Unterm Strich: FYRST ist digital – aber nicht API-first. Die Plattform fühlt sich oft wie ein modernisiertes Frontend auf einem traditionellen Bankensystem an. Für Freelancer, die nur ein stabiles Konto brauchen, reicht das. Für Tech-affine Gründer ist es zu wenig.

FYRST und Buchhaltung: DATEV, Lexoffice, sevDesk – was geht?

Ein Pluspunkt von FYRST: Die Integration mit gängiger Buchhaltungssoftware ist solide. Über die FinTS-Schnittstelle lassen sich Tools wie Lexoffice, sevDesk, FastBill oder Debitoor anbinden. Auch DATEV kann via Drittanbieter angebunden werden – allerdings nicht nativ.

Der Export von Umsatzdaten, Belegen und Kontoauszügen funktioniert reibungslos. Wer seine Buchhaltung digital aufstellt, kommt mit FYRST grundsätzlich zurecht. Aber: Es gibt keine automatische Belegerkennung, keine OCR, keine eigene Buchhaltungsfunktion wie bei Kontist.

Auch das Thema Steuerberaterzugang ist nicht optimal gelöst. Ein dedizierter Steuerberater-Login – wie ihn andere Anbieter bieten – fehlt. Stattdessen muss über CSV-Exporte oder Drittanbieter-Tools gearbeitet werden. Das ist nicht 2024, das ist workaround.

Fazit: FYRST ist kompatibel – aber nicht integriert. Wer ein echtes Buchhaltungs-Ökosystem sucht, wird hier enttäuscht. Wer allerdings schon mit Lexoffice oder sevDesk arbeitet, kommt klar.

FYRST im Vergleich: Kontist, Holvi, N26 Business – wo steht die Bank wirklich?

FYRST konkurriert mit einer ganzen Reihe smarter Fintechs, die sich explizit auf Selbstständige fokussieren. Darunter:

  • Kontist: Mit automatischer Steuerberechnung, DATEV-Schnittstelle, Buchhaltung, virtuelle Karten, Freelancer-First-Mindset. Voll auf Selbstständige ausgerichtet – aber nur für Einzelunternehmer.
  • Holvi: Ehemals stark, inzwischen auf Rückzug. Keine echten Innovationen mehr, Support schwach, Preis-Leistung fragwürdig.
  • N26 Business: Stark im Design, schwach in der Buchhaltung. Keine echte Freelancer-Funktionalität, aber gute App, Instant-Payments, Google Pay, Apple Pay.

Und FYRST? Sitzt irgendwo dazwischen. Es ist nicht sexy wie Kontist, nicht international wie N26, aber auch nicht so überholt wie Holvi. Es ist solide, pragmatisch, funktional – aber eben auch nicht visionär.

Wer ein sicheres, günstiges Konto mit Buchhaltungs-Kompatibilität sucht, fährt mit FYRST gut. Wer mehr will – Automatisierung, API, Steuerfeatures – sollte sich anderweitig umsehen.

FYRST ist kein Gamechanger. Aber ein brauchbares Werkzeug – wenn man weiß, was man bekommt.

Fazit: Für wen FYRST sinnvoll ist – und wer besser die Finger davon lässt

FYRST ist ein digitales Geschäftskonto mit solidem Fundament und konservativem Kern. Es liefert, was es verspricht: Ein kostenloses (oder günstiges) Konto für Selbstständige, mit moderner App, guter Usability und stabilem Banking-Backend. Für viele Freelancer und Einzelunternehmer ist das völlig ausreichend – vor allem, wenn man sich nicht zu tief mit Banking-Tech beschäftigen will.

Aber FYRST ist nicht disruptiv. Es ist nicht API-first, nicht steuerlich automatisiert, nicht radikal digital. Es bleibt ein Banking-Angebot mit klassischem Unterbau. Wer mehr will – Automatisierung, Open Banking, Developer-Zugänge – wird enttäuscht. Wer einfach nur ein funktionierendes, günstiges Konto will, bekommt hier jedoch ein stabiles Setup.

0 Share
0 Share
0 Share
0 Share
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Related Posts
Buffer Dashboard für Social Media Management mit Analyse-Tools
Read More

401

401: Unterschätzter Code im Online-Marketing-Game Du jagst dem perfekten FunnelFunnel: Der ultimative Trichter im Online-Marketing – Funktionsweise, Aufbau…