Minijob: Wie viele Stunden im Monat maximal erlaubt sind – und warum das niemand wirklich versteht
Du denkst, ein Minijob sei einfach ein bisschen Arbeiten für 520 Euro im Monat und gut ist? Falsch gedacht. Willkommen im deutschen Bürokratie-Dschungel, wo selbst einfache Fragen wie “Wie viele Stunden darf ich eigentlich im Minijob arbeiten?” zur mathematischen Kernspaltung werden. In diesem Artikel sezierst du jede Zahl, jede Regel, jede Ausnahme – damit du endlich weißt, was Sache ist. Und Spoiler: Es ist komplizierter, als es sein sollte. Aber wir bringen Licht ins Dunkel. Mit Fakten, Paragraphen und einem Hauch Sarkasmus.
- Was ein Minijob überhaupt ist – und was nicht
- Warum die 520-Euro-Grenze nicht gleichbedeutend mit einer fixen Stundenanzahl ist
- Wie viele Stunden pro Monat im Minijob maximal erlaubt sind – rechnerisch und rechtlich
- Welche Rolle der gesetzliche Mindestlohn dabei spielt – und warum er alles verändert
- Was passiert, wenn du die Stunden (oder das Geld) überschreitest
- Wie Arbeitgeber tricksen – und warum du aufpassen solltest
- Rechenbeispiele, die dir wirklich helfen (und nicht noch mehr verwirren)
- Die grauen Zonen: Urlaubsvertretung, Mehrarbeit, Sonderzahlungen
- Checkliste: Minijob-Stunden sauber planen
- Fazit: Warum du das Thema ernst nehmen solltest – auch wenn’s nur “ein Nebenjob” ist
Minijob Definition: Was ist ein Minijob – und was ist keiner?
Bevor wir uns die erlaubten Stunden im Minijob reinziehen, müssen wir klären, was ein Minijob überhaupt ist. Spoiler: Es geht um Geldgrenzen, nicht um Arbeitszeit. Ein Minijob ist laut § 8 SGB IV eine geringfügige Beschäftigung, bei der das regelmäßige monatliche Entgelt die Grenze von 520 Euro nicht überschreiten darf. Alles, was darüber hinausgeht, ist kein Minijob mehr – sondern entweder eine Midijob-Zone oder eine reguläre Teilzeitstelle.
Es gibt zwei Arten von Minijobs: geringfügig entlohnte Beschäftigungen (der klassische 520-Euro-Job) und kurzfristige Beschäftigungen (maximal 70 Arbeitstage im Jahr, unabhängig vom Verdienst, aber mit anderen Voraussetzungen). Für diesen Artikel interessiert uns ausschließlich der erste Typ – der mit der monatlichen Verdienstgrenze. Denn hier kommt die Frage nach den maximalen Stunden überhaupt erst ins Spiel.
Wichtig: Die 520-Euro-Grenze ist eine Durchschnittsgrenze. Das bedeutet: Du darfst in einem Monat auch mal mehr verdienen, solange der Durchschnitt über 12 Monate 520 Euro nicht übersteigt. Aber wehe du überschreitest dauerhaft – dann war’s das mit dem Minijob, und du bist sozialversicherungspflichtig. Willkommen in der Welt der vollen Abgabenlast.
Der größte Denkfehler: Viele glauben, es gäbe eine gesetzlich definierte Maximalstundenzahl im Minijob. Gibt es nicht. Es gibt nur die Verdienstgrenze. Die tatsächliche Stundenanzahl ergibt sich also durch eine simple (aber entscheidende) Variable: den Mindestlohn.
520-Euro-Grenze trifft Mindestlohn: So viele Stunden sind im Minijob erlaubt
Jetzt wird’s mathematisch. Die Maximalstunden im Minijob ergeben sich nicht aus einem Gesetz, sondern aus einer simplen Division. Du nimmst die erlaubten 520 Euro und teilst sie durch den aktuell gültigen Mindestlohn. Und voilà: Du bekommst die maximale Anzahl an Arbeitsstunden pro Monat – zumindest theoretisch.
Beispiel: Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit Januar 2024 genau 12,41 Euro pro Stunde. Damit ergibt sich folgende Rechnung:
- 520 Euro ÷ 12,41 Euro = ca. 41,9 Stunden pro Monat
Da niemand 0,9 Stunden arbeitet (außer du bist in der Zeiterfassungshölle), bedeutet das: Im Schnitt kannst du rund 41 Stunden im Monat arbeiten, um unter der 520-Euro-Grenze zu bleiben. Bei vier Wochen pro Monat sind das etwa 10,25 Stunden pro Woche.
Und hier liegt der Haken: Sobald sich der Mindestlohn ändert (und er ändert sich regelmäßig), ändert sich auch die maximal mögliche Stundenzahl im Minijob. Wer also 45 Stunden im Monat arbeitet, weil es “schon immer so war”, riskiert plötzlich, die Verdienstgrenze zu überschreiten – ohne es zu merken.
Zusammengefasst: Die 520 Euro sind fix. Die Stunden, die du dafür leisten kannst, sind variabel – weil sie vom Mindestlohn abhängen. Willkommen in der deutschen Arbeitsrecht-Matrix.
Was passiert bei Überschreitung der Stunden oder der 520-Euro-Grenze?
Hier wird’s unangenehm. Überschreitest du die monatliche Verdienstgrenze dauerhaft, verwandelt sich dein Minijob automatisch in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis – mit allen Konsequenzen: Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung. Die vormalige “Steuerfreiheit” ist dahin.
Eine einmalige Überschreitung ist laut Minijob-Zentrale allerdings kein Weltuntergang – solange sie “unvorhersehbar” war (z. B. Krankheitsvertretung) und nicht öfter als drei Mal im Jahr passiert. Dann darf der Verdienst in diesen Monaten bis zu 1.040 Euro betragen. Aber wehe, das wird zur Regel. Dann ist Schicht im Schacht.
Auch Stundenüberschreitungen können zum Problem werden – wenn sie regelmäßig auftreten und dadurch das durchschnittliche Monatsentgelt die 520-Euro-Grenze übersteigt. Arbeitgeber sind verpflichtet, das zu überwachen – tun sie aber oft nicht. Die Folge: Stress mit der Minijob-Zentrale, Nachforderungen und rückwirkende Sozialversicherungspflicht.
Und ja, es gibt Arbeitgeber, die tricksen. Sie zahlen Überstunden “bar”, schieben Stunden in Folgemonate oder rechnen Pausen falsch. Das ist nicht nur illegal – es kann dich auch in die Falle bringen. Denn im Streitfall zählt nur eins: Was auf dem Papier steht. Und das kann gegen dich verwendet werden.
Rechenbeispiele: So viele Stunden darfst du im Minijob arbeiten
Hier kommen die Praxisbeispiele. Damit du nicht weiter im Nebel stochern musst, haben wir ein paar gängige Szenarien durchgerechnet:
- Mindestlohn: 12,41 Euro → Maximal 41,9 Stunden pro Monat
- Stundenlohn: 13,00 Euro → 520 ÷ 13 = 40 Stunden pro Monat
- Stundenlohn: 15,00 Euro → 520 ÷ 15 = 34,6 Stunden pro Monat
- Stundenlohn: 10,00 Euro → 520 ÷ 10 = 52 Stunden pro Monat
Fazit: Je höher der Stundenlohn, desto weniger Stunden kannst du arbeiten. Das klingt wie ein Witz, ist aber Realität im deutschen Minijob-System. Und ja, das führt dazu, dass manche Minijobber lieber unter Mindestlohn arbeiten – um mehr Stunden abreißen zu können. Illegal, aber nicht unüblich.
Du willst mehr Stunden arbeiten? Dann sprich mit deinem Arbeitgeber über einen Midijob. Die Übergangszone reicht von 520,01 Euro bis 2.000 Euro im Monat (Stand 2024). Hier zahlst du anteilig Sozialabgaben – aber du hast mehr Rechte, mehr Sicherheit und mehr Netto, als du denkst.
Checkliste: So bleibst du im Minijob rechtlich sauber
Hier ist dein pragmatischer Fahrplan, damit du mit deinem Minijob nicht in die Grauzone rutschst:
- Überprüfe regelmäßig deinen Stundenlohn – und berechne daraus deine maximale Monatsarbeitszeit
- Führe ein eigenes Stundenprotokoll – verlasse dich nicht auf die Zettelwirtschaft deines Chefs
- Plane Puffer ein – Krankheit, Urlaub, Feiertage können zu Mehrarbeit führen
- Sprich bei geplanten Mehrstunden mit deinem Arbeitgeber – und kläre die rechtliche Situation
- Vorsicht bei Sonderzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld) – sie zählen zum Verdienst
- Dokumentiere alles – besonders bei Barzahlungen oder “inoffiziellen” Absprachen
- Beobachte regelmäßig die Entwicklung des Mindestlohns – jede Erhöhung senkt deine erlaubten Stunden
Fazit: Minijob-Stunden – eine einfache Frage mit komplexer Antwort
Wie viele Stunden du im Minijob arbeiten darfst, ist keine fixe Zahl, sondern eine Rechenaufgabe mit dynamischen Variablen. Die magische 520-Euro-Grenze ist das Maß aller Dinge – und jede Veränderung beim Mindestlohn beeinflusst direkt deine maximale Arbeitszeit. Wer das nicht auf dem Schirm hat, landet schneller in der Sozialversicherungspflicht, als ihm lieb ist.
Minijobs sind bequem – für Arbeitgeber und Beschäftigte. Aber sie sind auch ein rechtliches Minenfeld. Wer sich nicht informiert, riskiert echten Ärger. Unser Tipp: Rechne, dokumentiere, plane – und lass dich nicht vom Mythos “Minijob = kein Problem” täuschen. Denn am Ende zählt nicht, was du glaubst – sondern was das Gesetz sagt. Willkommen in der Realität. Willkommen bei 404.
