Offener Laptop und eine Brille liegen auf einem Holztisch, typischer Arbeitsplatz für digitale Projekte im Büroalltag.

Screaming Frog: Technisches SEO clever beherrschen

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Screaming Frog: Technisches SEO clever beherrschen

Deine Website ist hübsch, dein Content preisverdächtig, die Conversion-Rate ein Witz? Dann hast du wahrscheinlich das getan, was 90 % aller Möchtegern-SEOs tun: Du hast das technische SEO ignoriert. Und genau da kommt Screaming Frog ins Spiel – das Tool, das deine hübsche Fassade in Stücke reißt, um dir zu zeigen, wo es wirklich brennt. Willkommen im Maschinenraum des SEO – wir machen dich fit für die harte Realität.

  • Was Screaming Frog ist – und warum es im technischen SEO unverzichtbar ist
  • Wie Screaming Frog deine Website crawlbar macht – wie ein Googlebot auf Steroiden
  • Welche Fehler du mit Screaming Frog findest, die dir sonst keiner zeigt
  • Wie du mit Custom Extraction versteckte SEO-Potenziale freilegst
  • Was JavaScript-Crawling wirklich bringt – und wo es scheitert
  • Wie du mit Screaming Frog deine Core Web Vitals vorbereitest
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung: Der perfekte Crawl mit Screaming Frog
  • Warum Screaming Frog kein „Nice-to-have“, sondern Pflichtausstattung ist

Was ist Screaming Frog – und warum ist es das Schweizer Taschenmesser des technischen SEO?

Wenn du Screaming Frog noch nicht kennst, hast du entweder gerade erst mit SEO angefangen oder bist der Typ, der denkt, Google Search Console reicht für alles. Spoiler: Tut sie nicht. Screaming Frog SEO Spider ist ein Desktop-Tool, das deine Website wie ein Suchmaschinen-Crawler durchforstet – und dabei alles aufdeckt, was dich in den Rankings runterzieht. Und ja, wir reden hier nicht von ein bisschen Meta-Tags und Bildern, sondern von HTTP-Statuscodes, Canonicals, Redirect-Ketten, hreflang-Katastrophen und JavaScript-Höllen.

Das Tool simuliert das Verhalten eines Suchmaschinenbots und crawlt deine komplette Domain – inklusive interner Links, Ressourcen, JS-Dateien, CSS, Bildern und PDFs. Dabei identifiziert Screaming Frog technische Schwächen, die oft unsichtbar bleiben: kaputte Links, doppelte Inhalte, fehlende Meta-Angaben, fehlerhafte Weiterleitungen und vieles mehr. Kein anderes Tool bietet auf Crawling-Ebene derart granulare Kontrolle über die technische Analyse deiner Seite.

Ein weiterer Vorteil: Screaming Frog läuft lokal auf deinem Rechner. Das bedeutet keine Limitierung durch API-Calls oder Cloud-Beschränkungen. Du willst 500.000 Seiten crawlen? Kein Problem – wenn dein Rechner mitmacht. Du willst alle hreflang-Tags analysieren und gleichzeitig Canonicals prüfen? Geht. Screaming Frog ist brutal flexibel – und genau deshalb für jeden ernsthaften SEO ein Muss.

Und bevor du fragst: Ja, es gibt auch eine kostenlose Version. Aber die ist auf 500 URLs limitiert – was bei heutigen Websites mit dynamischen Inhalten und Paginierungen ein Witz ist. Wer ernsthaft arbeiten will, investiert die paar Euro für die Vollversion. Und spart sich damit Wochen an Trial-and-Error.

Wie Screaming Frog deine Website technisch zerlegt – SEO-Crawling mit Tiefgang

Der wahre Wert von Screaming Frog liegt nicht in einem hübschen Interface, sondern in der Tiefe der Analyse. Sobald du eine URL eingibst, startet der Crawler und analysiert jeden einzelnen Aspekt deiner Seite. Dabei werden alle internen und externen Links, Statuscodes, Weiterleitungen, Meta-Daten, Überschriften, Bilder, CSS- und JS-Dateien sowie Canonical-Tags aufgenommen und klassifiziert.

Was das Tool besonders macht, ist die Möglichkeit, jede dieser Dimensionen zu filtern, zu exportieren und gezielt zu analysieren. Du kannst fehlerhafte Weiterleitungen (301, 302, 404), doppelte Titles, zu lange Meta Descriptions oder fehlende Alt-Tags in Sekunden identifizieren. Und das alles in einer tabellarischen Ansicht, die du direkt nach Excel exportieren kannst. Kein mühsames Durchklicken, kein Rätselraten – nur harte technische Fakten.

Die „Crawl-Übersicht“ liefert dir sofort einen Überblick über die wichtigsten technischen SEO-Kategorien. Von Response Codes über Canonicals bis hin zu Structured Data – alles ist auf einen Blick sichtbar. Besonders mächtig sind dabei die Filterfunktionen, mit denen du gezielt Problemfelder ausleuchten kannst, etwa alle Seiten mit mehr als einem H1-Tag oder alle Bilder über 200 KB ohne komprimiertes Format.

Dazu kommt: Screaming Frog bietet dir einen Live-Log der Crawling-Abläufe. Du siehst in Echtzeit, was gerade analysiert wird – und kannst bei Bedarf sofort eingreifen. Diese Transparenz ist Gold wert, wenn du mit großen Websites arbeitest und gezielt bestimmte Bereiche ausschließen oder priorisieren willst.

Für Fortgeschrittene bietet Screaming Frog außerdem Regex-Support. Damit kannst du gezielt URLs oder Seitentypen filtern, extrahieren oder ausschließen. Wer sich einmal durch die Regex-Dokumentation gearbeitet hat, wird sich fragen, wie er jemals ohne leben konnte.

Custom Extraction: So holst du dir die versteckten SEO-Daten

Einer der unterschätztesten Power-Features von Screaming Frog ist die „Custom Extraction“. Damit kannst du per XPath, CSS-Selektoren oder regulären Ausdrücken gezielt Inhalte aus dem HTML deiner Seite extrahieren – etwa Produktpreise, Bewertungen, strukturierte Daten, Open Graph Tags oder individuelle Textelemente. Mit anderen Worten: Du holst dir genau die Daten, die du brauchst, und nicht das, was dir Tools standardmäßig vorsetzen.

Ein klassisches Beispiel: Du willst alle Produkte mit fehlender Preisangabe identifizieren? Kein Problem – gib den CSS-Selektor des Preises ein, extrahiere die Daten und filtere nach leeren Feldern. Oder du willst wissen, ob dein strukturierter Breadcrumb korrekt implementiert ist? XPath-Selektor drauf, extrahieren, fertig.

Diese Funktion ist besonders wertvoll bei Custom CMS oder Shopsystemen, bei denen viele Inhalte nicht standardisiert sind. Während andere Tools hier aufgeben, kannst du mit Screaming Frog gezielt Inhalte analysieren, die für dein Business kritisch sind – und das automatisiert in großem Stil.

Der Bonus: Du kannst die extrahierten Daten mit bestehenden Metriken kombinieren. So findest du z. B. Seiten mit hohem Traffic, aber fehlenden strukturierten Daten – oder Produkte, die indexiert sind, aber keine Bewertungen anzeigen. Damit wird Screaming Frog zum Business-Intelligence-Tool für technisches SEO.

Wer es richtig ernst meint, kann sogar JavaScript-Rendering mit Custom Extraction kombinieren. Damit lassen sich auch Inhalte analysieren, die erst durch clientseitiges Rendering sichtbar werden – vorausgesetzt, du weißt, was du tust.

JavaScript Crawling mit Screaming Frog: Der Realitätscheck

Screaming Frog kann JavaScript. Zumindest in der kostenpflichtigen Version. Damit wird es möglich, Seiten zu crawlen, die Inhalte erst beim Rendern nachladen – also Single Page Applications oder moderne Frameworks wie React und Vue. Klingt gut? Ist es auch – aber nicht ohne Einschränkungen.

Im JS-Crawl-Modus nutzt Screaming Frog eine Chromium-Instanz, um Seiten wie ein echter Browser zu rendern. Das bedeutet: Du siehst genau das, was auch der Googlebot im zweiten Crawling-Durchgang sieht. Und ja, das ist enorm hilfreich, um versteckte Inhalte, dynamische Menüs oder nachgeladene Produktinformationen zu analysieren.

Aber: Dieser Modus ist ressourcenhungrig. Ein Crawl dauert deutlich länger, benötigt mehr RAM und CPU – und ist anfällig für Timeouts oder Rendering-Fehler. Wer hier nicht sauber optimiert, bekommt keine verlässlichen Daten. Außerdem ist es essenziell, den Unterschied zwischen Initial Load und Interaktions-Content zu verstehen – letzterer wird oft nicht erfasst, wenn er auf User-Aktionen basiert.

Dennoch: Für moderne Websites ist JS-Crawling unverzichtbar geworden. Es zeigt dir, welche Inhalte tatsächlich renderbar und indexierbar sind – und welche nicht. In Kombination mit Custom Extraction kannst du so gezielt kritische Inhalte prüfen und optimieren.

Pro-Tipp: Nutze die Option „Enable Rendered Page Screenshots“. Damit bekommst du zu jeder Seite ein Screenshot des gerenderten Inhalts – und kannst direkt sehen, ob und wie deine Inhalte visuell dargestellt werden. Ideal zum Debuggen von Rendering-Problemen.

So setzt du Screaming Frog Schritt für Schritt richtig ein

Ein erfolgreicher Crawl mit Screaming Frog ist kein Zufallsprodukt. Es braucht Planung, Struktur und ein klares Ziel. Hier ist dein Fahrplan:

  1. Projektziel definieren: Was willst du analysieren? Technische Fehler? Strukturierte Daten? JavaScript-Probleme?
  2. Crawleinstellungen anpassen: JS-Rendering aktivieren, Canonicals respektieren, robots.txt beachten oder ignorieren – je nach Ziel.
  3. Crawl starten: Domain eingeben und loslegen. Bei großen Seiten ggf. Crawling-Tiefe oder Verzeichnisse einschränken.
  4. Filter und Segmentierung nutzen: Analysiere nach Statuscodes, Meta-Daten, Hreflang, Canonicals, etc.
  5. Custom Extraction einrichten: XPath oder CSS-Selektoren definieren, relevante Inhalte extrahieren und analysieren.
  6. Exportieren & interpretieren: Alle Daten lassen sich als CSV oder Excel exportieren – ideal für Audits und Reports.
  7. Fix & Re-Crawl: Technische Fehler beheben, dann gezielt die betroffenen Bereiche erneut crawlen.

Fazit: Wer Screaming Frog ignoriert, ignoriert Rankings

Screaming Frog ist kein Spielzeug. Es ist das Skalpell für technisches SEO – präzise, brutal ehrlich und gnadenlos effektiv. Wer im Jahr 2025 immer noch glaubt, mit Google Search Console oder einem All-in-One-Tool alles zu sehen, hat die Kontrolle über seine Site verloren. Technisches SEO ist Detailarbeit – und diese Details liefert dir Screaming Frog in einer Tiefe, die sonst kaum ein Tool erreicht.

Du willst wissen, warum du keine Rankings bekommst? Crawl deine Seite mit Screaming Frog. Du willst wissen, ob dein JavaScript-Framework deine Inhalte killt? Crawl mit JS-Rendering. Du willst aus 10.000 Produkten die 100 mit fehlerhafter Auszeichnung finden? Custom Extraction. Punkt. Wer dieses Tool nicht nutzt, spielt SEO mit verbundenen Augen. Und verliert.

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