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SolidWorks PDM Software: Effizienz neu definiert

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SolidWorks PDM Software: Effizienz neu definiert

Du jonglierst mit CAD-Dateien, vergräbst dich in Versionen und kämpfst mit abenteuerlichen Speicherorten auf dem Netzlaufwerk? Herzlichen Glückwunsch, du arbeitest im Jahr 2024 immer noch wie im Jahr 2008. Zeit, das zu ändern – mit SolidWorks PDM. Diese Software ist nicht einfach nur ein Datenmanagement-Tool für Ingenieure. Sie ist der digitale Vorschlaghammer gegen Chaos, Versionshölle und ineffiziente Produktentwicklung. Willkommen im Zeitalter strukturierter Datenprozesse – oder wie wir es nennen: Effizienz neu definiert.

  • Was SolidWorks PDM wirklich ist – und warum du es brauchst
  • Warum Dateichaos und Versionskonflikte dir Entwicklungskosten in den Hals jagen
  • Wie SolidWorks PDM deine Workflows automatisiert und absichert
  • Die Unterschiede zwischen PDM Standard, PDM Professional und Manage
  • Welche Infrastruktur du brauchst – SQL Server, Windows Server, Netzwerke
  • Wie du SolidWorks PDM in bestehende CAD- und ERP-Systeme integrierst
  • Warum Rechte- und Revisionsmanagement kein „Nice-to-have“ mehr ist
  • Wie du mit Workflows, Templates und Automatisierungen Prozesse skalierst
  • Best Practices für die Implementierung – und wie du typische Fehler vermeidest
  • Fazit: Warum SolidWorks PDM kein Luxus ist, sondern Pflicht für moderne Produktentwicklung

Was ist SolidWorks PDM? – Die Grundlagen der Produktdatenverwaltung

SolidWorks PDM (Product Data Management) ist eine spezialisierte Softwarelösung von Dassault Systèmes, die entwickelt wurde, um CAD-Daten und technische Dokumente zentral, sicher und versioniert zu verwalten. Die Hauptaufgabe von SolidWorks PDM besteht darin, den gesamten Lebenszyklus technischer Daten zu organisieren – von der Konstruktion über die Prüfung bis hin zur Freigabe und Archivierung. Und ja, das ist mehr als nur ein glorifiziertes Netzlaufwerk mit Ordnerstruktur.

Die Software basiert auf einem Client-Server-Modell und speichert alle Dateien – inklusive ihrer Metadaten – in einem zentralen Tresor, dem sogenannten „Vault“. Dieser Vault ist nicht nur ein Speicherort, sondern das Herzstück der gesamten Datenlogik. Jede Datei ist versioniert, revisionssicher und mit Benutzerrechten und Workflows verknüpft. Damit wird sichergestellt, dass immer der richtige Nutzer zur richtigen Zeit die richtige Datei in der richtigen Version sieht – und nichts anderes.

SolidWorks PDM gibt es in verschiedenen Ausbaustufen: PDM Standard ist für kleinere Arbeitsgruppen gedacht und ist im Lieferumfang von SOLIDWORKS Professional und Premium enthalten. PDM Professional bietet erweiterte Möglichkeiten – z.B. Automatisierungen, Indexierung, ERP-Anbindung, Mehrstandortfähigkeit und API-Zugriff. SolidWorks Manage geht noch einen Schritt weiter und integriert Projektmanagement, Aufgabenverteilung und erweiterte Berichtsfunktionen.

Wer heute noch ohne PDM arbeitet, arbeitet ineffizient. Punkt. Das manuelle Kopieren von Dateien, das ständige Kontrollieren von Versionsständen oder das versehentliche Überschreiben wichtiger Daten kosten nicht nur Nerven, sondern bares Geld. SolidWorks PDM adressiert genau diese Schwachstellen – und ersetzt Dateichaos durch kontrollierte Prozesse.

Das ist kein Luxus. Das ist Produktivitätsinfrastruktur. Und wer glaubt, mit einem Netzlaufwerk und einem PDF-Freigabeprozess konkurrenzfähig zu bleiben, der hat das Spiel bereits verloren, bevor er es überhaupt verstanden hat.

Warum ohne PDM alles teurer, langsamer und fehleranfälliger wird

Produktentwicklung ist kein Wunschkonzert. Sie ist ein komplexer, iterativer Prozess mit ständig wechselnden Anforderungen, Versionen, Beteiligten und Deadlines. Ohne ein zentrales System zur Datenverwaltung explodiert dieser Prozess – und zwar in Zeit, Kosten und Fehleranfälligkeit. Willkommen im Albtraum der Ingenieure: „Wer hat die aktuelle Version gespeichert?“, „Warum sind die Maße in der PDF anders als im Modell?“, „Warum wurde die falsche Baugruppe gebaut?“

Das Problem liegt im System – oder besser: im Fehlen eines Systems. Ohne SolidWorks PDM werden Dateien manuell benannt, kopiert, verschoben, überschrieben. Es gibt keine Versionskontrolle, keine automatisierte Rückverfolgbarkeit, keine definierten Freigabeprozesse. Das bedeutet: Jeder macht’s ein bisschen anders. Und das ist der perfekte Nährboden für Fehler.

Versionierung ist nicht gleich Backup. Wer glaubt, mit täglichen Snapshots oder OneDrive-Synchronisation sei das Thema erledigt, der arbeitet am Problem vorbei. SolidWorks PDM speichert jede Änderung als eigene Version, inklusive Kommentar, Autor, Zeitpunkt und Status. Das ist Audit-Trail pur – revisionssicher, nachvollziehbar, compliant. Und ja: Das ist genau das, was du brauchst, wenn dein Kunde oder Auditor Fragen stellt.

Auch die Zusammenarbeit leidet ohne PDM massiv. Sobald mehrere Konstrukteure an einem Projekt arbeiten, wird es ohne Check-In/Check-Out-Mechanismen und file locking schnell chaotisch. SolidWorks PDM verhindert das, indem es klare Regeln vorgibt: Nur wer ein Dokument ausgecheckt hat, kann es bearbeiten. Alle anderen sehen die letzte freigegebene Version – oder eine aktuellere, aber schreibgeschützte Kopie.

Ohne PDM bist du langsam, weil du suchst statt arbeitest. Du bist fehleranfällig, weil du überschreibst statt prüfst. Und du bist teuer, weil du Fehler produzierst, die vermeidbar wären. Es ist wirklich so einfach.

Die Architektur von SolidWorks PDM – was du wirklich brauchst

SolidWorks PDM ist kein Plug-and-Play-Spielzeug. Es ist ein komplexes System mit klaren Anforderungen an Infrastruktur, IT-Sicherheit, und Netzwerkarchitektur. Bevor du loslegst, solltest du verstehen, wie das System technisch aufgebaut ist – und welche Komponenten zusammenspielen müssen, damit alles rundläuft.

Im Zentrum steht der SQL Server. SolidWorks PDM setzt auf Microsoft SQL Server (Standard oder Express, je nach Version), um alle Metadaten und Konfigurationsdaten zu speichern. Das umfasst Benutzerrechte, Dateiverweise, Workflows, Statushistorien und vieles mehr. Ohne saubere SQL-Installation geht hier gar nichts.

Zweitens brauchst du einen Archivserver – das ist der physische Speicherort für deine Dateien. Hier liegen die CAD-Daten, PDFs, Office-Dokumente, XMLs – alles, was in den Daten-Tresor gehört. Der Archivserver muss performant, sicher und netzwerkseitig gut angebunden sein. Und bitte: Kein NAS von 2012. Wir reden hier über produktives Arbeiten, nicht über Heimnetzwerk-Bastelprojekte.

Auf der Client-Seite läuft der sogenannte PDM Client – eine Explorer-Erweiterung, die sich in den Windows-Dateiexplorer integriert und alle Funktionen bereitstellt: Ein- und Auschecken, Versionierung, Vorschauen, Statuswechsel und Workflow-Aktionen. Zusätzlich gibt’s auch ein Webportal (Web2), das browserbasierten Zugriff ermöglicht – ideal für mobile Zugriffe oder Standorte ohne PDM-Client.

Für PDM Professional brauchst du außerdem einen Lizenzserver (FlexLM), der sicherstellt, dass Lizenzen korrekt verteilt werden. Und wer mehrere Standorte hat, sollte über Replikation nachdenken – also die Möglichkeit, Daten lokal zu cachen und dennoch zentral zu verwalten.

Kurzum: SolidWorks PDM ist ein professionelles System. Wer es wie eine SharePoint-Bibliothek behandelt, wird scheitern. Wer es aber sauber aufsetzt, erhält ein leistungsfähiges Rückgrat für seine Produktentwicklung.

Workflows, Rechte, Automatisierung – die echten Power-Features

SolidWorks PDM ist nicht nur Dateiablage mit Versionskontrolle. Es ist ein Workflow- und Prozessmanagement-Tool, das sich tief in deine Engineering-Prozesse integriert. Und hier liegt die wahre Magie: in der Automatisierung. Du kannst mit PDM komplette Abläufe definieren – vom ersten Entwurf bis zur Freigabe – inklusive Statuswechsel, Benachrichtigungen, PDF-Generierung, ERP-Schnittstellen und mehr.

Ein Workflow in PDM ist eine definierte Abfolge von Statusübergängen. Beispiel: „In Arbeit“ → „Zur Prüfung“ → „Freigegeben“. Jeder Status ist mit Rechten, Aktionen und Bedingungen verknüpft. Nur bestimmte Nutzer dürfen bestimmte Übergänge durchführen. Und bei jedem Übergang können automatische Aktionen ausgelöst werden: z. B. das Generieren einer neutralen Datei (PDF, STEP), das Versenden einer E-Mail oder das Schreiben eines Flags ins ERP-System.

Rechtemanagement ist granular. Du kannst steuern, wer was sehen, ändern, löschen oder freigeben darf – auf Basis von Benutzergruppen, Dateien, Ordnern, Status oder Workflows. Das schützt nicht nur vor Fehlern, sondern erfüllt auch Compliance-Anforderungen nach ISO 9001 oder IATF 16949.

Auch Templates sind mächtige Werkzeuge. Du kannst mit einem Klick neue Projektstrukturen erzeugen – inklusive vordefinierter Ordner, Dokumente und Metadaten. Das spart Zeit, verhindert Fehler und sorgt für Standardisierung.

Und dann ist da noch die API. SolidWorks PDM Professional bietet eine umfangreiche COM-basierte API, mit der du eigene Erweiterungen, Integrationen oder Automatisierungsskripte entwickeln kannst. Ob ERP-Sync, automatische Stücklistenerstellung oder individuelle Reports – hier ist fast alles möglich.

Best Practices für die Implementierung – so klappt’s ohne Totalausfall

SolidWorks PDM ist mächtig – aber nur, wenn es richtig implementiert wird. Die meisten gescheiterten Projekte sind nicht technischer Natur, sondern organisatorisch. Deshalb hier die wichtigsten Best Practices für eine erfolgreiche Einführung:

  • Stakeholder einbinden: Hol frühzeitig Konstruktion, IT, Qualitätsmanagement und ggf. Einkauf ins Boot. Jeder hat andere Anforderungen – und die müssen ins Systemdesign einfließen.
  • Prozesse zuerst, Software danach: Mappe bestehende Prozesse, identifiziere Schwachstellen und definiere Soll-Prozesse. Erst dann wird konfiguriert.
  • Standard vor Custom: Nutze die Standardfunktionen von PDM, wo immer möglich. Individuelle Anpassungen kosten Zeit, Geld und Wartungsaufwand.
  • Schulung nicht vergessen: Ein PDM-System ist nur so gut wie die Nutzer, die es bedienen. Investiere in Schulungen – initial und regelmäßig.
  • Pilotphase einplanen: Starte mit einem klar abgegrenzten Projektbereich. Teste Prozesse, Workflows und Rechte, bevor du unternehmensweit ausrollst.

Und nein: Die IT-Abteilung allein kann das nicht wuppen. PDM ist ein interdisziplinäres Projekt – und sollte auch so behandelt werden. Wenn du das beherzigst, wird SolidWorks PDM zur echten Effizienzmaschine.

Fazit: Warum SolidWorks PDM dein Engineering rettet

SolidWorks PDM ist kein optionales Zusatztool für Technik-Nerds – es ist die unverzichtbare Grundlage für strukturierte, sichere und skalierbare Produktentwicklung. In einer Welt, in der Time-to-Market, Fehlerkosten und regulatorische Anforderungen über Erfolg oder Scheitern entscheiden, ist ein durchdachtes Datenmanagementsystem keine Kür mehr, sondern Pflicht.

Wer seine technischen Daten weiterhin in chaotischen Netzlaufwerken, E-Mail-Anhängen oder Dropbox-Ordnern verwaltet, spielt mit dem Feuer – und zahlt am Ende doppelt: mit Zeitverlust, Fehlern und verlorener Wettbewerbsfähigkeit. SolidWorks PDM schafft Ordnung, Transparenz und Kontrolle. Es ist dein digitales Nervensystem für die Produktentwicklung – und wenn du es einmal richtig aufgesetzt hast, willst du nie wieder ohne arbeiten.

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