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WYSIWYG: Webdesign clever und effizient meistern

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WYSIWYG: Webdesign clever und effizient meistern

Du willst Webdesign machen, aber dein HTML sieht aus wie ein Unfall auf der Tastatur? Willkommen in der Welt von WYSIWYG – dem Versprechen, Websites ganz ohne Code zu bauen. Klingt gut? Ist es auch – solange du weißt, was du tust. Denn was du siehst, ist eben nicht immer das, was du bekommst. Und wer blind auf Drag-and-Drop-Tools vertraut, geht schneller baden, als du „Responsive Design“ sagen kannst. In diesem Artikel erfährst du, wie du mit WYSIWYG-Editoren wirklich effizient arbeitest – ohne deine Website in einen SEO-Albtraum zu verwandeln.

  • Was WYSIWYG eigentlich bedeutet – und warum es mehr ist als bunte Kästchen schieben
  • Die besten WYSIWYG-Editoren 2024: Von No-Code bis Pro-Code
  • Warum WYSIWYG nicht gleich schlechte Performance heißt – wenn du’s richtig machst
  • Die größten technischen Stolperfallen bei visuellen Website-Buildern
  • Wie du mit WYSIWYG-Tools sauberen HTML-Code erzeugst (Spoiler: fast nie automatisch)
  • Was SEO mit Drag-and-Drop zu tun hat – und wie du Sichtbarkeit nicht aus Versehen zerstörst
  • Warum Entwickler trotzdem nicht überflüssig werden – auch wenn die Tools smarter werden
  • Eine ehrliche Bewertung: Wann WYSIWYG sinnvoll ist – und wann du lieber die Finger davon lässt

Was ist WYSIWYG? Webdesign ohne Code – ein Marketing-Versprechen mit Haken

WYSIWYG steht für “What You See Is What You Get” – also: Was du siehst, ist das, was du bekommst. In der Theorie bedeutet das, dass du Websites ganz ohne Programmierkenntnisse gestalten kannst. Ein bisschen klicken, ein bisschen schieben, ein bisschen Text einfügen – fertig ist die Website. In der Praxis sieht das oft anders aus: Was du siehst, ist ein hübsches Interface. Was du bekommst, ist ein Haufen unstrukturierter, ineffizienter HTML-Suppe, die jeder Crawler mit Grauen wieder verlässt.

WYSIWYG-Editoren sind visuelle Werkzeuge, die Code im Hintergrund automatisch generieren, während der Nutzer mit grafischen Elementen arbeitet. Der große Vorteil: Du brauchst kein HTML, CSS oder JavaScript zu beherrschen, um eine funktionierende Website zu bauen. Der große Nachteil: Du hast keine Kontrolle über den generierten Code – und der ist in 95 % der Fälle alles andere als optimal. Inline-Styles, verschachtelte DIV-Orgie, fehlende Semantik – willkommen im Maintenance-Horror.

Dennoch: Die Tools haben ihre Daseinsberechtigung. Für einfache Landingpages, MVPs oder kleine Projekte bieten WYSIWYG-Builder wie Webflow, Wix, Squarespace oder der WordPress Block Editor (Gutenberg) einen schnellen Einstieg. Aber wer glaubt, damit echte Webentwicklung ersetzen zu können, hat das Internet nicht verstanden. Denn eine Seite, die nur hübsch aussieht, aber technisch eine Vollkatastrophe ist, wird nicht ranken. Punkt.

WYSIWYG kann effizient sein – aber nur, wenn du weißt, was du tust. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Viele Anwender haben keine Ahnung, was im Hintergrund passiert. Sie sehen nur das visuelle Ergebnis und merken erst Monate später, dass ihre Website weder schnell lädt noch in Suchmaschinen auffindbar ist. Dann ist es zu spät – oder der Entwickler darf’s wieder geradebiegen.

Die besten WYSIWYG-Editoren 2024 – und was sie wirklich taugen

Der Markt an WYSIWYG-Tools ist riesig – und jedes Jahr kommen neue Player dazu. Aber nicht jeder Editor ist für jeden Use Case geeignet. Einige Tools versprechen No-Code, liefern aber nur Chaos. Andere richten sich an Pros, die visuelle Interfaces mit Custom Code kombinieren wollen. Hier ein Überblick über die besten WYSIWYG-Editoren 2024 – mit ehrlicher Einschätzung:

  • Webflow: Der Goldstandard für visuelles Webdesign mit echtem Code-Fokus. Webflow erzeugt relativ sauberen HTML/CSS-Code und erlaubt Export sowie Custom Code-Integration. Wer weiß, was er tut, kann hier sehr leistungsfähige Seiten bauen – inklusive CMS und SEO-Features.
  • Wix: Bekannt für Einfachheit – aber auch für katastrophalen Code. Ideal für absolute Einsteiger, aber nichts für ernsthafte Projekte. SEO-technisch eine Blackbox mit fragwürdiger Performance.
  • Squarespace: Stylisch, glatt, aber technisch limitiert. Gute Templates, solide UX, aber eingeschränkte Kontrolle über Struktur, Semantik und Ladezeiten. Für Portfolio-Seiten okay, für skalierbare Projekte nicht zu empfehlen.
  • WordPress (Gutenberg): Der Klassiker im neuen Gewand. Gutenberg ist ein mächtiger Builder – aber oft mit Performance-Kosten. Ohne zusätzliche Optimierungen (Caching, Minification, Lazy Loading etc.) wird’s schnell träge.
  • Framer: Modern, auf React-Basis, mit Fokus auf Performance und Flexibilität. Für Designer mit Tech-Affinität ein spannender Ansatz – aber nichts für No-Coder ohne technisches Grundverständnis.

Fazit: Je mehr Kontrolle du über den generierten Code hast, desto besser. Tools wie Webflow oder Framer ermöglichen eine deutlich bessere Performance und SEO-Basis als Wix oder Squarespace. Aber: Auch diese Tools sind keine Magie. Garbage in, garbage out – das gilt auch im WYSIWYG-Zeitalter.

WYSIWYG und SEO – warum Drag-and-Drop dein Ranking ruinieren kann

SEO und WYSIWYG – ein toxisches Paar. Zumindest dann, wenn du blind vertraust. Die meisten WYSIWYG-Editoren erzeugen aufgeblähten Code, der weder semantisch noch performant ist. Und genau das killt deine Sichtbarkeit. Denn Google liebt keine hübschen Seiten – Google liebt strukturierte, schnelle, zugängliche Seiten mit sauberem HTML. Klingt langweilig? Ist aber der Unterschied zwischen Seite 1 und Niemandsland.

Typische SEO-Probleme bei WYSIWYG-Seiten sind unter anderem:

  • Fehlende Semantik: Keine klaren Überschriften-Hierarchien (H1 bis H6), keine semantischen Tags wie <section>, <article> oder <nav> – das macht es Suchmaschinen schwer, die Seite zu verstehen.
  • Inline-Styles und unstrukturierter Code: CSS-Klassen heißen “style-4382” und wiederholen sich inflationär. Das macht Wartung und Optimierung zur Qual – und verlangsamt das Rendering.
  • Schlechte Page Speed Werte: Große Bilder, schlechte Komprimierung, kein Lazy Loading, kein Caching – klassische Probleme bei Buildern, die “alles automatisch” machen.
  • Unklarer Content-Fokus: Wenn der Hauptinhalt in einem tief verschachtelten DIV-Container vergraben ist, erkennt Google nicht, worum es eigentlich geht.
  • Fehlende Kontrolle über Meta-Daten: Title, Meta Description, Canonical Tags – viele Builder verstecken diese Einstellungen oder generieren sie automatisch (und falsch).

Die Lösung: Augen auf bei der Editor-Wahl – und nacharbeiten. Nutze SEO-Plugins oder Tools wie Screaming Frog, um den generierten Code zu analysieren. Vermeide zu viele externe Skripte, optimiere Bilder manuell und achte auf Core Web Vitals. Und vor allem: Verlass dich nicht auf Versprechen wie “SEO-optimiert ab Werk”. Das ist wie Tiefkühlpizza mit “authentischem Geschmack italienischer Holzofen-Tradition”. Klingt gut, schmeckt aber nach Pappe.

WYSIWYG effizient nutzen – mit technischem Grundverständnis

WYSIWYG ist kein Freifahrtschein für technisches Unwissen. Wer diese Tools effizient nutzen will, muss verstehen, was im Hintergrund passiert – und wie man eingreifen kann. Nur so lassen sich Fehler vermeiden und Potenziale ausschöpfen. Hier ein paar goldene Regeln für den smarten Einsatz von WYSIWYG-Editoren:

  1. Verstehe den DOM: Der Document Object Model (DOM) ist das Grundgerüst jeder Website. Wenn dein Builder daraus eine 200-DIV-Orgie macht, wird’s unübersichtlich – für dich und für Google.
  2. Struktur geht vor Design: Achte auf saubere Hierarchien: Eine H1 pro Seite, klare Sections, sinnvolle Navigation. Design kann folgen – Struktur ist Pflicht.
  3. Kompromisslos beim Page Speed: Verwende Lighthouse oder PageSpeed Insights, um deine Seiten zu testen. Optimiere Bilder selbst, minimiere Skripte, aktiviere Lazy Loading.
  4. Meta-Daten manuell pflegen: Lass keine Automatismen entscheiden, was Google über deine Seite denkt. Title, Description, Canonical – das ist dein Job.
  5. Regelmäßige Code-Reviews: Exportiere regelmäßig den HTML-Code und prüfe, was dein Editor da eigentlich anrichtet. Wenn du dich schämst – such dir ein besseres Tool.

WYSIWYG kann dir Zeit sparen – aber nur, wenn du weißt, wo du aufpassen musst. Wer blind klickt, produziert digitale Katastrophen. Wer mit System arbeitet, kann mit visuellen Editoren erstaunlich gute Resultate erzielen. Es ist wie Autofahren mit Automatikgetriebe: Du musst nicht schalten – aber wissen, wie man lenkt.

Wann WYSIWYG Sinn ergibt – und wann du besser die Finger davon lässt

WYSIWYG ist nicht per se schlecht. Es ist ein Werkzeug – und wie bei jedem Werkzeug kommt es auf den Einsatzbereich an. Hier eine ehrliche Einschätzung:

  • Ja zu WYSIWYG, wenn:
    – Du schnell Prototypen bauen willst
    – Du Landingpages testest
    – Du keine Entwickler im Team hast, aber schnelle Ergebnisse brauchst
    – Du bereit bist, Code zu prüfen und zu verbessern
  • Nein zu WYSIWYG, wenn:
    – Du ein skalierbares Projekt baust
    – Du SEO-relevante Seiten entwickelst
    – Du komplexe Interaktionen brauchst
    – Du keinen Einblick in den generierten Code hast (oder ihn nicht verstehst)

WYSIWYG ersetzt keinen Entwickler – aber er kann Entwicklern helfen, schneller zu arbeiten. In der Hand eines Profis ist ein visueller Editor ein Turbo. In der Hand eines Laien ist er ein UX-Massaker mit hübscher Oberfläche. Und genau deshalb braucht es ein kritisches Bewusstsein: Nicht alles, was einfach aussieht, ist auch einfach gut.

Wenn du WYSIWYG wirklich clever nutzen willst, lern die Basics von HTML, CSS und SEO. Nur so kannst du beurteilen, ob dein Tool dir hilft – oder dich sabotiert. Denn Webdesign ohne technisches Verständnis ist wie Architektur mit Legosteinen: hübsch, aber nicht tragfähig.

Fazit: WYSIWYG ist kein Freifahrtschein – sondern ein Werkzeug mit Verantwortung

WYSIWYG-Editoren haben das Webdesign revolutioniert – aber nicht perfektioniert. Sie ermöglichen schnellen Einstieg, visuelles Arbeiten und schnelle Ergebnisse. Aber sie erzeugen auch technischen Wildwuchs, wenn man sie falsch einsetzt. Wer glaubt, mit Drag-and-Drop automatisch saubere Websites zu erzeugen, wird früher oder später von Google, Besuchern oder Ladezeiten bestraft.

Die Lösung ist nicht, WYSIWYG zu meiden – sondern es mit Verstand zu nutzen. Lerne, wie Code funktioniert. Lerne, wie SEO funktioniert. Und dann nutze visuelle Tools als das, was sie sind: Werkzeuge. Nicht Zauberstäbe. Nicht Heilsversprechen. Und schon gar nicht Ersatz für technisches Denken. Wer das verstanden hat, kann mit WYSIWYG clever und effizient Webdesign meistern – und muss nie wieder Angst vor dem Quellcode haben.

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